Verbotene Jagd mit Pfeil und Bogen
Veröffentlicht von: Horwath Samstag, den 24. Juli 2010 um 17:26 Uhr
Afghanistan-Veteran Müller wegen mutmaßlicher Jagdvergehen angezeigtÂ
Â
Der Fall von Afghanistan-Veteran Robert Müller ging bundesweit durch die Presse.
In Kabul 2002 schwer verletzt, kämpfte der Stader darum, so lange Soldat zu bleiben, bis er austherapiert ist.
Verteidigungsministerium und Bevölkerung zeigten Anteilnahme und Verständnis für sein Schicksal.
Doch Müller selbst scheint Mitgefühl fremd zu sein, kritisiert jetzt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (People for the Ethical Treatment of Animals).
PETA wirft dem 32-jährigen mehrere Verstöße gegen das Jagdgesetz vor und erstattete gestern Anzeige bei der Jagdbehörde Stade.
So soll Müller laut SPIEGEL (Ausgabe 28/2010) einen Feldhasen mit Pfeil und Bogen getötet haben.
Die Bogenjagd ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz, England, Irland, Island, Griechenland und Rumänien generell verboten, da das Erlegen eines Tieres mit dem Bogen dem Tier mehr Leiden zufügt als ein Gewehrschuss.
Noch unklar sei zurzeit, ob Müller überhaupt im Besitz eines Jagdscheins ist, ob die Jagd eventuell während der Feldhasen-Schonzeit (1.10.-15.01.) erfolgte und ob der Eigentümer des Reviers von der Jagd informiert war.
Diese Informationen gehen aus dem SPIEGEL-Artikel nicht hervor, weswegen die Behörde nun schnellstens Ermittlungen aufnehmen müsse, so PETA.
Â
„Auch für einen Soldaten, der in Afghanistan im Krieg Mensch gegen Mensch gewesen ist, gelten in Deutschland die Jagdgesetze! Niemand darf hier unschuldige Tiere grausam mit Pfeil und Bogen töten – schlimm genug, dass die Jagd mit Schießwaffen noch legal ist“, so Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von PETA.
„Müllers Verhalten ist besonders bedenklich, wenn man berücksichtigt, wie er wegen seines angeblichen Afghanistan-Trauma in der Presse um Rücksicht und Anteilnahme geworben hat.“
PETA warnt die Jagdbehörde Stade davor, subjektive Rücksichten zu nehmen.
Laut PETA gehen die 350.000 Hobbyjäger Deutschlands auch nicht annähernd verantwortungsbewusst mit ihren Waffen um: Pro Jahr werden mehr als fünf Millionen Wildtiere getötet, darunter immer wieder Arten, die unter Naturschutz stehen.
Ca. 400.000 Hauskatzen und Haushunde werden jährlich Opfer von übereifrigen Jägern.
Zudem sterben Jahr für Jahr ca. 30-60 Menschen unmittelbar durch das Jagdgeschehen, 4.000 weitere werden verletzt.
Â
Â
Quelle:
PETA Deutschland e. V.
Benzstr. 1
70839 Gerlingen
Â
Â
Diesen Beitrag im Forum besprechen
Â
| < Zurück | Weiter > |
|---|
| Weitere Artikel zu diesem Thema | |




