10 Jahre Tierrechtskochbuch
Veröffentlicht von: Horwath Donnerstag, den 31. Dezember 2009 um 11:51 Uhr
Am 30. Dezember 1999 begann die Tierrechtsinitiative Maqi ein richtungsweisendes Projekt.
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Was Menschen essen oder nicht hängt oft einfach nur davon ab, wann und wo sie geboren, von wem und wie sie erzogen wurden; ob Hühner, Hasen oder Hunde, Schweine, Schnecken oder Schlangen, Kühe, Kängurus oder Katzen, Pferde, Perlhühner oder Palolowürmer, Welse, Wale oder Wildschweine, Affen, Aale oder Alligatoren, Meerschweinchen, Mufflons oder gar Mitmenschen auf dem Speiseplan stehen, ob sie Eier von Vögeln oder Reptilien oder Ausscheidungen von Insekten (wie Honig oder Schellack) goutieren, ob Sie "Schinken", "Maultaschen", "Blubber", "Ziegenkäse", "Haggis", "Bruteier", "Weißwurst" als "Essen" betrachten hängt primär von willkürlichen und zufälligen Umständen ab- von der lokalen Flora und Fauna, genetischer Disposition (wie der nahezu weltweiten Laktoseintoleranz, die massiv das Konsumverhalten bezüglich Milchdrüsensekreten beeinflusst), vor allem aber schlicht von veralteten Traditionen.
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Was aber, wenn jemand beginnt, all dies zu hinterfragen, und sich entschließt, zukünftig ethisch verantwortlich, also vegan, zu leben?
Neben dem ggf. erforderlichen Abschaffen von Ledersofas, Pelzmänteln, Wollpullovern oder Seidenkrawatten gilt es nun die Frage nach der veganen Nahrung in überzeugendem Maße zu klären.
Jetzt, wo es selbst vegane Fertiggerichte an jeder Ecke gibt und auch Discounter nicht umhin können, Sojamilch und Tofu zu führen, ist kaum noch jemandem gegenwärtig, dass es vor einer Dekade keineswegs so einfach wie heute war, vegan zu leben.
Zur Erinnerung: Handys wogen ein halbes Pfund und taugten, wenn sie sich jemand überhaupt leisten konnte, allenfalls zum Telefonieren, Fernsehgeräte waren nicht flach und kaum breiter als hoch, und so gut wie niemand hatte das Wort "vegan" je gehört, ebenso wenig konnte man das Wort vegan, wie heute, regelmäßig in den Zeitungen lesen.
Das Internet war - wie Veganismus - für viele Neuland.
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So entstand das Tierrechtskochbuch: Rezepte und Informationen für den veganen Alltag, sorgfältig getestet, oft von Grund auf neu entwickelt, kostenlos zugänglich im Netz. Ganz bewusst wurde als Titel nicht "Vegankochbuch" gewählt, da Veganismus oft mit einer restriktiven Form vegetarischer Ernährung, Vegankost, verwechselt wird - was Veganismus aber keineswegs ist: Veganismus ist vielmehr eine Lebensweise, die sich auf alle Lebensbereiche erstreckt, nur ist Essen der auffälligste davon, da Nahrungsaufnahme in der Regel mehrmals täglich geschieht im Gegensatz etwa zum Kauf neuer Schuhe aus Leder oder Bettdecken mit Daunen.
Stattdessen weist der Titel deutlich darauf hin, worum es dabei essentiell geht: das Recht anderer Tiere, nicht "benutzt" und nicht ermordet zu werden.
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Die mittlerweile vierhundert Rezepte mit hunderter Fotos im Tierrechtskochbuch umfassen ein weites Spektrum: Rührtofu, Seitan, Zupfkuchen, Gulasch, Limonade, Pizza, Muffins, Vanille-Kipferl, Nudel-Tomaten-Auflauf, Schokoladeneis uvm..
Der Großteil der Rezepte ist dabei praxistauglich, sprich: einfach, schnell und preiswert, überwiegend aus Grundzutaten zuzubereiten.
Es werden - anders als heute vielfach üblich - keine Markennamen, etwa von veganer Margarine, Sojasahne oder Ei-Alternativprodukten oder gar Fertigprodukten genannt (viele "vegane Rezepte" bestehen heutzutage im wesentlichen aus der Beschreibung, wie eine Packung Soja- "Fleisch" und eine Dose Gemüse zu öffnen und der Inhalt zu erhitzen ist).
Auch werden keine Drogen als Zutaten verwendet (anders als oft behauptet verflüchtigt sich der Alkohol im Wein usw. beim Kochen keineswegs, dazu wären weit höhere Temperaturen und Kochzeiten erforderlich).
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Vor allem aber sind die Rezepte frei von Tierprodukten und somit frei von Leid und Mord.
Und es geht nicht nur ums Essen, auch Rezepte für veganes Shampoo, Duschgel, Putzmittel, vegane Seife, veganen Tapetenlöser oder Hustensaft sind zu finden.
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Darüber hinaus gibt es ein Forum mit umfangreichen Informationen, über vegane Ernährung, über Alternativen zu Vogeleiern, Tiermilch, Honig, Aspik, unveganer Kuvertüre oder Backpulver, über küchenspezifische Begriffe in verschiedenen Sprachen (deutsch, österreichisch, schweizerdeutsch und englisch), über versteckte Tierprodukte (Gelatine zur Klärung von Säften oder Essig, Cochenille, tierkohleraffinierter Zucker, diverse Aromen, Backfermente etc.) uvm..
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Zum Tierrechtskochbuch
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Quellen:
Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus
Berliner Str. 34
D-63619 Bad Orb
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Diesen Beitrag im Forum besprechen
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